Mittwoch, 5. Juni 2013

Doris Knecht, Besser und Gruber geht

Wie schön, dass man immer wieder Autoren und Autorinnen entdeckt, die schon mehrere Bücher geschrieben haben, die man dann alle am Stück verschlingen kann. Doris Knecht hatte ich schon mehrmals in den Händen und noch nie gelesen. Jetzt habe ich alles von ihr gelesen und freue mich auf mehr und habe ihr Blog abonniert.
 
Zuerst das Neueste von ihr: Besser.
Es ist ein Buch, das leicht sarkastisch daherkommt mit einer Frau, die zwei Kinder mit einem wohlhabenden Mann hat, den sie leicht verachtet - wie seine Freunde, die alle privilegiert sind und ein Leben wie aus der Zeitschrift "Schöner Wohnen" führen: alle haben zu viel Geld, verwöhnen ihre Kinder, geben an und haben eigentlich keine Probleme. Auch bei ihr wundert man sich über die Langeweile und die Undankbarkeit, die Überheblichkeit, über ihren Drogenkonsum und die Machtspiele mit ihrem heimlichen Liebhaber.
So langsam stellt sich heraus, dass sie ihr Paket aus ihrer Kindheit zu tragen hat: ihre Mutter hat sie vernachlässigt und von sich gestoßen und war alkoholkrank, so wurde auch sie heroinabhängig und konnte  eigentlich nur durch ihren Mann ein neues Leben beginnen.
An einem Abend sitzen wieder alle Freunde zusammen und sie erwartet wieder einen langweiligen Abend. Doch dieser Abend verläuft anders und dieses Gespräch verändert sie...
Berührend und bedenkenswert, dieses Buch. Und auch ihr Buch "Gruber geht" ist sehr sehr eigenwillig und beeindruckend.

Sprüche von Doris Knecht aus der AT



Doris Knecht zeigt Wien 

Sonntag, 2. Juni 2013

Ortheils Monologe

Sind kleine Kunstwerke - sehr modern und poetisch.
Herr Ortheil filmt, spricht, Textet und denkt nach...
Unbedingt abonnieren!

Ortheils Monologe



Shelle Summers, Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde

Mal eine Geschichte, die das Leben so geschrieben hat wie hier beschrieben. Dies bestätigt doch wieder mal, dass das Leben die besten Geschichten schreibt. Und was ist das für eine bezaubernde Geschichte!
Dies ist die Geschichte von Grace und Tyler (der Sänger Lee Morgan und ihr Ehemann). Auch wenn Grace verzweifelt versucht, es NICHT zu Tylers und ihrer Geschichte werden zu lassen … Denn sie hat einen sicheren Plan für ihr Leben. Zumindest so lange, bis sie Tyler kennenlernt – den Dogsitter von nebenan.

 
Mit seinem süßen Lächeln und seinen warmen, braunen Augen bringt Tyler ihren Plan durcheinander. Außerdem schreibt er umwerfend schöne Songs. Über sie. Für sie. Und irgendwann schmilzt Grace dahin. Wer kann ihr das verübeln? Doch als Ty mit seinen Songs zum gefeierten Star wird, nimmt das Schicksal eine unglaubliche Wendung und das Leben seinen Lauf …
Gute Unterhaltung, spannend, witzig und überraschend! Das Buch für einen Sommertag im Liegestuhl...

http://www.shellesumners.com/grace-grows-book/

Mittwoch, 15. Mai 2013

Was erben wir?

Blicker, Was wir erben
Wie prägt uns die Kindheit und ab wann kann man sein eigenes Leben leben?


http://www.zeit.de/video/2013-04/2274514734001/videolesung-bjoern-bicker-liest-aus-was-wir-erben#autoplayVideoleseung mit Björn Bicker

Auf in die Bretagne von Jean-Luc Bannalec

Nach der Krimilektüre von Jean-Luc Bannalecs "Bretonische Verhältnisse" beginnt man sofort, nach Ferienhäusern in der Bretagen zu suchen. Dieser Krimi macht sehnsüchtig nach dieser Welt am Ende unseres Kontinentes, man will die Luft und den Wind spüren, diese unglaublichen Farben sehen, an diesem Meer in einem Cafe sitzen...
   Es gibt die üblichen Zutaten: Kommissar Dupin aus Paris, strafversetzt in die Bretagne, immer leicht genervt und sehr sympathisch, gutes Essen und Trinken -serviert in Lieblingscafes-,eine Sekretärin, die alles weiß und alle kennt, gute und kompetente Kollegen, der eine Kollege, der nervt und natürlich der Präfekt, der sich profilieren muss und will und dessen Anrufe unser Kommissar tagelang ignoriert.
Bannalecs Krimis sind gut konstruiert und wir tauchen ein in die magische Welt der Bretagne, in der die Sagen und Mythen immer noch eine Rolle spielen und die Geister in das Leben der Menschen wirken.
Hier ein paar Eindrücke der Bretagne

http://www.bretagne-reisen.de/die-bretagne-entdecken/inseln-und-halbinseln/glenan-archipel

Immer noch offen ist, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt...

Freitag, 2. November 2012

Martin Walker, Schatten an der Wand


Ein geheimnisvolles Fundstück landet auf dem Schreibtisch einer jungen Kunsthistorikerin in einem Londoner Auktionshaus: ein Stein mit einer Höhlenzeichnung darauf. Der stammt nicht, wie die junge Frau zuerst denkt, aus den Höhlen von Lascaux, sondern aus einer anderen Höhle im Périgord, in der während der Résistancezeit eine bis in die Gegenwart nachwirkende Gewalttat begangen wurde.

Wer drei völlig verschiedene Bücher "in einem Buch" lesen will, sollte "Schatten an der Wand" lesen. Eigentlich wollte ich wissen, was Bruno, Chef de Police, erlebt und habe mich auf eine Begegnung mit ihm gefreut. Doch er taucht hier gar nicht auf und - ich gebe es zu - zunächst war ich leicht enttäuscht.
 Am Abend desselben Tages verschwindet das wertvolle Objekt aus dem Firmentresor. Martin Walkers früher Roman über die Entstehung einer prähistorischen Höhlenzeichnung, deren Verwicklung in blutige Kriege und Intrigen und den erbitterten Kampf von fünf Menschen, sie heute zu besitzen. Denn wer sie findet, erhält den Schlüssel zur Aufklärung eines Verbrechens, das bis in die höchste Politik reicht und von dem bis heute keiner wissen darf.
Wir lesen in der Gegenwart, hier kommen sich Manners und  die Kunsthistorikerin näher bei der Suche nach dem Fundstück: sehr französisch, tres elegant.
Wir lesen einen Kriegsroman: sehr männlich und sehr gewaltig. Und dann werden wir noch entführt in die Welt vor 17.000 Jahren, in die Urzeit der Menschen: sehr magisch.

Nachdem ich mich auf die verschiedenen Zeiten und Stile eingelassen habe, bin ich begeistert von der Fülle und Dichte dieses Buches. Der perfekte Schmöker für diese Herbsttage.
Lascaux


Mittwoch, 24. Oktober 2012

"Open City" von Teju Cole


ISBN 978-3-518-42331-8

Cool, sehr cool, ist dieses Buch im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Psychiater lebt in New York. Auf einsamen Spaziergängen streift er durch New York - und für vier Wochen durch Brüssel - und beobachtet, redet mit Menschen, entdeckt Museen, unbekannte Ecken. Er denkt nach, recherchiert, ohne Ziel oder Plan.
Sprachlich gelungen, tiefe Gedanken, verbunden mit einer gelangweilten Grundhaltung, einer relativ objektiven Sicht der Dinge.
Futter  für den Geist, inspirierend und anregend und für alle Fans von New York ein absolutes Muß!

Teju Cole ist Fotograf und Schriftsteller, ein Blick auf seine Homepage lohnt sich!
Teju Coles Homepage