Donnerstag, 27. September 2012

Sex ist verboten von Tim Parks / Können alle Wesen glücklich sein?

Tim Parks beschrieb in seinem letzten Buch die Erfahrungen, die er mit der "Kunst, stillzusitzen" gemacht hat. Es ist also bekannt, dass er in die Welt des Schweigens und Meditierens eingetaucht ist.
In diesem Buch nun lässt er seine Protagonistin vor ihrem Leben in einen Ashram flüchten. Sie arbeitet dort als helferin und versucht damit zurechtzukommen, dass sie in ihrem Leben vielen Menschen weg getan hat, sie benutzt hat, Exzesse selbstzerstörerich gelebt hat.
Nun ist sie in einem Ashram, in dem es Rauchen, Drogen, Sex, Schreiben und Stehlen verboten sind - zunächst eine wohltuende Übung für sie. Doch plötzlich findet Sie beim Saubermachen das Tagebuch eines männlichen Teilnehmers, das sie liest und woraufhin sie selbst zu schreiben beginnt. Und die Vergangenheit ist wieder da. Auf einmal ist sie genervt von den selbstverliebten Sprüchen des Gurus, sie verachtet die immer gelassenen Kursmanager, etc.
Auch das immer gelassene Reden über die buddistische Gelassenheit bringt sie in Rage.
Was als leicht ironisches Buch über Gurus und Ashrams beginnt, wird plötzlich atemlos und spannend. Beth, die Heldin, ist konfrontiert mit ihren Erinnerungen, ihrem Entsetzen über ihr Verhalten, ihr Leben und ihr "schlechtes" Karma, das sie angehäuft hat. Die Frage wird nun existenziell:
Kann man das Leben neu beginnen? Kann man frei werden von der Vergangenheit?  Ist das alles nur eine Illusion, was diese Gurus erzählen?
Die große Frage: "Können alle Wesen glücklich sein?"
"Kann ich glücklich sein?"
Ein faszinierendes, atembraubendes Buch und das Ende....


http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Parks

Sonntag, 2. September 2012

Der Sommer war schön - Hermann Hesse

August

Das war des Sommers schönster Tag,
Nun klingt er vor dem stillen Haus
In Duft und süßem Vogelschlag
unwiederbringlich leise aus.

In dieser Stunde goldnen Born
Gießt schwelgerisch in roter Pracht
Der Sommer aus sein volles Horn
Und feiert seine letzte Nacht.



Hermann Hesse

Donnerstag, 19. Juli 2012

Wie soll man als Mann leben?

1. Man tut, was man kann
2. Da muß man durch
3. Was will man mehr?

Alle von Hans Rath

Ist ein Mann glücklich in der Ehe, braucht er zwei Frauen, will er eigentlich nur arbeiten oder doch nur mit seinen Kumpels rumhängen, schweigen  und trinken, braucht er einen Hund, was bedeutet Romantik und Karriere?
Das alles sind Fragen, mit denen sich unser Held beschäftigt. Und auch sein Freund kommt völlig aus der Spur, als ihm die Frage gestellt wird. "Was würdest Du tun, wenn Du nur noch eine Woche leben würdest?" Tja, was tun also? Und wenn man sich dann noch auf den ersten Blick verliebt in die Tierärztin, die Stelle im Verlag auf einmal gar nicht mehr sicher ist und sich in der eigenen Wohnung drei Freunde einquartiert haben, die auch nicht mehr so richtig weiterwissen...
Ein Buch, in dem man gerne verweilt, das amüsiert, nie flach wird und doch die eine oder andere Antwort auf die obigen Fragen gibt. Und dann spannend wird. Wie die Geschichte schließlich endet, wird nicht verraten, dafür sind alle drei Bücher dieser Trilogie über den Mann von heute zu lesenswert.
Also: Das Buch für den Mann und das Geschenk für den Mann!

Und jetzt können wir uns schon auf den 11.Oktober freuen, da kommt der Film in die Kinos!

Montag, 9. Juli 2012

Große Gefühle und gut geschrieben - "Wenn ich bleibe"

Gayle Forman, Wenn ich bleibe
Wie kann es sein, dass ein Buch so voller Kummer ist und doch so witzig? So berührend und doch nie, wirklich nie kitschig? Wie kann eine Geschichte so tragisch sein und doch das Leben feiern? Wie schafft es ein Buch, dass ich noch Wochen danach überlege, wie es Mia, der Protagonistin wohl jetzt geht?
Also dieses Buch steht auf meiner Liste der absoluten Lieblingsbücher.
Schon beim Besprechen des Buches bin ich berührt!
Mia, eine junge Frau lebt ein perfektes Leben: Sie hat eine wunderbare Familie, einen Freund, den sie liebt und steht nun vor der Frage, ob sie Musik in New York studieren soll oder bei ihrer Familie und ihrem Freund bleiben soll.
Und dann passiert ein schrecklicher Unfall und sie liegt im Krankenhaus und betrachtet ihr Leben von oben, sie blickt zurück und nimmt wahr, wie alle auf ihre Art und Weise darum kämpfen, "dass sie bleibt."
So bewegend, witzig, unprätentiös und schön. Beim Lesen vielleicht ein Taschentuch bereitlegen!




 Gayle Forman: Wenn ich bleibe, aus dem Amerikanischen von Alexandra Ernst, gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 16,95 €, 272 Seiten, Januar 2010, 978-3-7645-0351-2, Blanvalet, München
Bestellen bei
http://www.buchimsueden.de

Sonntag, 17. Juni 2012

Harald Martenstein

Natürlich bin ich eine eifrige ZEIT-Leserin - übrigens schon immer - wegen der Meinungsbildung, den anspruchsvollen Literaturkritiken, der umfassenden Dossiers, den intelligenten Kommentaren...
Aber worauf ich mich jede Woche freue, ist die Kolummne von Harald Martenstein im Zeit-Magazin. Ich muss sie lesen. Wenn ich mir mal keine ZEIT kaufe, dann lese ich sie auf jeden Fall schnell in einem Kiosk. Ich weiß nicht, aber Herr Martenstein spricht mir immer aus der Seele. Ich denke immer, wenn ich so richtig orginell, intellektuell und gebildet wäre, würde ich genau so schreiben.
Hier sind zwei Beispiele

1) Über den Hang zur Wahnhaftigkeit von Nobelpreisträgern nachdem sie den Nobelpreis erhalten haben
http://www.zeit.de/2012/18/Martenstein

2) Über die Schwierigkeit, alte Kleider, die nicht mehr passen, alt sind und gammelig, auszusortieren
http://www.zeit.de/2012/13/Martenstein

Und auch das neue Buch von ihm, Wachsen Ananas auf Bäumen?, in dem er seinem Kind die Welt erklärt, lässt eigentlich keine Frage offen und auch kein Auge trocken





Eigentlich eine gute Frage. Ich weiß es schon mal nicht

Und auch lesenswert von ihm, Ganz aktuell das Dossier der aktuellen Zeit, in dem er in seiner erfrischenden Art über den Terror der Tugend nachdenkt.

http://www.zeit.de/2012/24/DOS-Tugend

Martin Walker, Delikatessen

Wie immer ist man mit Bruno, Chef de Police, sofort wieder in Frankreich und genießt das Leben, das gute Essen, die netten Menschen. Und auch in diesem Buch geht es wieder um Frauen und eine spannende Geschichte. Wie immer ein gutes Buch, ein guter Krimi mit viel Frankreich!

http://www.youtube.com/watch?v=3jgzFlGlsYI


Schreiben! Schreiben!

Hanns-Josef Ortheill gibt eine Reihe heraus, die wie eine Kette Perle an Perle reiht. Es geht um das Kreative Schreiben. Es geht nicht um Selbstfindung und dogmatische Anleitungen. Wir halten - bis jetzt - vier äußerst feine Schätze in den Händen, die zum Schreiben inspirieren, die eigene Lektüre vertiefen und spannend zu lesen sind. Herr Ortheill und seine Kollegen haben geschaut, was  und wie die großen Literaten eigentlich ihre Werke geschaffen haben. Es ist ein unterhaltsamer Blick über die Schulter von Goethe und seine Kollegen, angereichert mit Schreibaufgaben.
Zum Beispiel im Buch "Schreiben unter Strom": Zuerst wird Goethes Haus vorgestellt mit seinen einzelnen Bereichen. Arbeitszimmer, Studierzimmer, Empfangssalon, Ausstellungssaal, Ablagekeller. Nun sollen wir unseren Laptop, PC auch so einteilen und strukturieren! In diesem Buch schlägt der Autor eine überzeugende intellektuelle Brücke von den Klassikern zu Facebook, Blogs und Twitter. Jetzt habe ich auch endlich verstanden, was Facebook eigentlich bedeutet.
Sehr spannend!

http://www.youtube.com/watch?v=3z772e29nrw&feature=related



Die anderen Titel, die gut zum Reinstöbern sind
"Schreiben auf Reisen"
"Schreiben von Tag zu Tag"
"Notieren und Skizzieren"